Das Konzept oder warum Generationentheater wichtig ist.
Was hat dieser aus der Elektrizitätslehre (ein elektrischer Strom, dessen Richtung und Stärke sich in schneller Folge periodisch ändern) entnommener Begriff mit Theater zu tun?
Wir verstehen Wechselstrom als menschlichen "Fantasiestrom". Eine Energie und Kraft, die fähig ist, Menschen miteinander zu verbinden. Wir sehen darin die Lust, Theater zu spielen. Eine Spielfreude, die sich von Generation zu Generation fortpflanzen kann, die einen Austausch ermöglicht. Kinder, Jugendliche und Erwachsene lassen sich von der Theaterlust unter Strom setzen, suchen den Anschluss, treten in Kontakt. Im Spiel treffen sich die Generationen!
In der heutigen Leistungsgesellschaft besteht die Gefahr, dass soziale Kompetenz, Toleranz, Solidarität, demokratisches Verhalten und Akzeptanz in den Hintergrund treten.
Schwache, Junge, Alte und Minderheiten müssen Lobbyarbeit für die eigene Anerkennung und für Verständnis leisten. Herkömmliche Familienstrukturen, in denen alt und jung unter einem Dach wohnten und somit soziale und kulturelle Wertevorstellungen und Lebens- erfahrungen traditionell weitergegeben wurden, sind heute nur noch selten vorzufinden.
Das Projekt Wechselstrom liefert die Initialzündung für dieses grosse Treffen der Generationen in Kursen und Theater-Wochenenden, in Proben und Aufführungen. Und damit es keinen Kurzschluss gibt, sorgt Wechselstrom dafür, dass die aufgeführten Stücke ein altersdurchmischtes Publikum ansprechen (vgl. Produktionen). Der Funke springt über den Bühnenrand, wechselt periodisch die Seiten und der "Theaterstrom" kann ungehindert fliessen.
Aber Theater kann viel mehr: es fördert die Kreativität, Körper und Sprache werden geschult und das Selbstbewusstsein gestärkt. Menschen, die körperlich und mental beweglich sind, sind auch offener gegenüber anderen. Indem man Tabus thematisiert kann man Dinge aus einem anderen Blickwinkel sehen.
Schau einfach bei unseren Kursen rein und lass den Strom fliessen!
Die Arbeitsweise
Theaterarbeit mit einer stark durchmischten Altersgruppe bedarf einer diversifizierten Aufmerksamkeit und es braucht mehr Zeit, bis eine gemeinsame Spielbasis gefunden wird. Am 1. September 2005 wird der erste, generationenübergreifende Theaterkurs beginnen. Menschen ab 11 Jahren treffen sich dann einmal wöchentlich, um unter professioneller Anleitung, Theater zu spielen.
Dieser Kurs wird fortlaufend weitergeführt und bildet die Basis für alle Wechselstrom-Produktionen. Geplant sind auch Schreibwerkstätte zu bestimmten Themen, die Jung und/oder Alt bewegen.
Die behandelten Themen oder aufgeführten Stücke sollen einem Publikum ab 11 Jahre zugänglich sein aber auch Jugendliche und Erwachsene ansprechen. Der Generationen-austausch findet dann sowohl im Publikum als auch zwischen ZuschauerInnen und SchauspielerInnen statt.
Im Herbst 2006 wird die erste abendfüllende Produktion an mehreren Tagen aufgeführt.
Für jede Vorstellung versuchen wir, möglichst viele Schulklassen zum Besuch einer Aufführung zu motivieren. Wir besuchen die Klassen in ihren Schulzimmern und stimmen sie mittels Vor- und/oder Nachbereitungen auf die Aufführung ein.
Dazu werden zentrale Themen des Stückes über Übungen, Spiele, Improvisationen und das Entwickeln von kleinen Szenen aufgegriffen und auf Zusammenhänge zur eigenen Lebenswelt hin überprüft.
Zielsetzung dabei ist, die Lust auf Theater zu wecken, selbst zu spielen, die Wahrnehmung für theatereigene Gesetzmässigkeiten zu schulen und über ein Erschliessen der Bildersprache des Theaters einen eigenen Zugang zur jeweiligen Inszenierung zu finden.
Das Angebot wird in den Lehrerzeitungen "Basler Schulblatt" und "Basellandschaftliche Schulnachrichten" ausgeschrieben.